Llança aus den Bergen entdecken

Beruflich bedingt hatte ich die Ehre im Jahr 2020 reisen zu dürfen. Eigentlich ist es keine Ehre sondern viel mehr eine Pro-Contra Rechnung gewesen. Zu aktueller Zeit überlegt man sich mehr als zweimal wohin man geht und wo man schläft. Beruflich bedingt hatte ich selbst schon mehr Corona-Tests als man an einer Hand abzählen kann. Sicherheit geht vor. Und beruflich bedingt durfte ich zwei Nächte, in einem kleinen Fischerort an der Costa Brava, in der Provinz Girona namens Llançà übernachten.

Ausgesprochen Yanka, wohnen dort knapp 5.000 Menschen. Der von Kies getränkte Strand lädt nicht wirklich zum Sonnenbaden ein. Wäre die Welt Corona frei, würden Taucher und Wanderer die Hotels der Stadt einnehmen. Tauchen war nicht drin aber Wandern geht immer. Also stellte ich meinen Wecker auf 6 Uhr und nahm den Wanderweg Serra De Rodes in Richtung der Klosteruinen Sant Prere de Rodes. Kleiner Spoiler vorab: Die Klosterruinen habe ich leider nicht erreicht.

50% der Strecke führte mich durch die Hafenstadt Llançà. Am 8. Oktober 2020 ging die Sonne um 7:54 Uhr auf. Das heißt, ich musste mich im dunkeln durch eine unbekannte Stadt navigieren. Übrigens gilt auf Spaniens Straßen eine dauerhafte Maskenpflicht und diese wird hier überall akzeptiert. Nachdem ich eine noch geschlossene Grundschule umrundet hatte, kam ein einzelner Kreisverkehr am Rande der Stadt. Auf der mir gegenüberliegenden Seite stand ein gelber Wegweiser mit mehreren Pfeilen. Aus der Nähe erkannte man die typischen Wander-Symbole. Yes! Es gibt nichts schöneres als Wanderrouten, die mit Zeitangaben, Streckenlängen und farbigen Markierungen ausgewiesen sind.

Zwar wären die Markierungen in den ersten Kilometern unnötig gewesen, da es eh nur einen Weg gab, dennoch schön zu sehen dass, der Weg gepflegt wird und auch gesichert. Laut Apple Watch, startete ich bei 1 Meter über dem Meeresspiegel und erreichte am Ende 463 Höhenmeter. Pünktlich als die Route gröber wurde und die Schritte schwerfälliger, kam die Sonne. Beim Wandern lohnt sich stets ein Blick nach hinten, wie man im Bild unten sieht.

Anderes Land, andere Tiere, andere Pflanzen. Meine Garderobe bestand aus Laufschuhen, Socken, langer Hose, T-Shirt, Hoodie und einer dünnen Regenjacke. Die letzten beiden legte ich nach wenigen Minuten ab. Zum Glück blockierte kein langes Gestrüpp den Weg, durch das man sich hätte zwengen müssen. Auf einen Zeckenbiss hatte ich so gar keine Lust.

Das Panoramabild kann sich jeder downloaden und ist für jedermann frei verfügbar. Privat sowie kommerziell. Es entstand ungefähr bei einer Höhe von 400 Metern. Man sieht, bis auf ein kleines Stück vom Hafen, das komplette Stadtbild von Llançà. Es war eine Aussicht wie diese, die mich mehr als nur ein paar Minuten beanspruchten und gleichzeitig auch verursacher dafür waren, dass ich mein selbst gesetztes Ziel nicht erreichte. Bereute ich aber in keinster Weise. Als ich bei 463 Metern ankam und mein Blick von Westen nach Osten drehte und die Berge sah, war ich einfach glücklich.

Nach dem Euphorie Hoch ging es wieder Bergab. Emotional als auch geographisch. Kurz vor erreichen eines Wanderweges der direkt nach Frankreich führt, kam ich noch an einem Steinhaufen vorbei, der von vorbeiziehenden Pilgern geformt wird. Natürlich liegt jetzt auch ein Stein von mir dort und natürlich empfehle ich jeden, der mal hier in Spanien in der Nähe sein sollte, einen Stein dazu zulegen.

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