Vieles über Kryptowährungen – Der CO2-Abdruck – Teil 5

Auch wenn der Status von der Krypto Nr. 1 mittlerweile als Bitcoin Prime bezeichnet werden kann, würde ich auch gerne mal die Schattenseiten der Kryptowährungen blicken. Unzählige Rechner laufen aufgrund der menschlichen Gier rund um die Uhr, nur in der Hoffnung reales Geld zu erschaffen.

Der verfressende Bitcoin

Nun wollen wir das Ding mal ordentlich auseinandernehmen. Auf Basis von Daten aus dem Jahr 2019. Nehmen wir einfach mal an, die Bitcoin-Community wäre ein Land, dann stünde es, gemessen am Stromverbrauch, an 41. Stelle in der Weltrangliste. Eine einzelne Transaktion kann man auf 515 Kilowattstunden herunterrechnen. So viel verbraucht meine vierköpfige Familie in mehr als zehn Wochen. Eine einfache Überweisung verbraucht weniger als zwei Wattstunden. Demnach ist Transaktion von Bitcoins etwa 250.000-mal höher.

Es gibt leider noch keine weltweite Regulierung um den Stromverbrauch einzudämmen. Ledeglich ein Startup wie HydroMiner nutzt nur Energie aus Wasserkraftwerken um ihre eigenen Mining-Rechner zu betreiben.

Das Grundproblem, das die Kryptowährungen gemeinsam haben, ist, dass niemand weiß, wo genau die Mining-Hardware steht. Somit muss an der grundsätzlichen Idee des Minings etwas geändert werden. Grafikkarten-Hersteller Nvidia hatte versucht, mit einem Treiber für ein großes Spektrum seiner angebotenen RTX-Grafikkarten, das Minen von Bitcoins zu bremsen. Der Versuch schlug leider fehl. Nun versucht man es ab Mai mit Hardware Anpassungen der neuen Grafikkarten-Charge, um die Mining-Software von der GPU auszusperren und somit unbrauchbar zu machen.

Der ökologische Fußabdruck von Kryptowährungen ist unfassbar dreckig. Das Mining aus regenerativen Stromquellen muss gefördert werden. Wenn die digitalen Währungen mehr unter eine staatliche Regulierung kommt, wird hoffentlich hier als erstes nachgebessert.

  1. Vieles über Kryptowährungen – Eine Blog-Serie – Teil 1
  2. Vieles über Kryptowährungen – Die Blockchain – Teil 2
  3. Vieles über Kryptowährungen – Das Mining – Teil 3
  4. Vieles über Kryptowährungen – Die Wallets – Teil 4
  5. Vieles über Kryptowährungen – Der CO2-Abdruck – Teil 5
  6. Vieles über Kryptowährungen – Wie kaufe ich Kryptocoins? – Teil 6
  7. Vieles über Kryptowährungen – Die Risiken und Nebenwirkungen – Teil 7
  8. Vieles über Kryptowährungen – Die Altcoins – Teil 8
  9. Vieles über Kryptowährungen – Die Zukunft – Teil 9
  10. Vieles über Kryptowährungen – Mein persönliches Fazit – Teil 10

2 Kommentare

  1. Die Daten von 2019 sind selbstredend veraltet. Der gegenwärtige Verbrauch des Bitcoin-Netzwerks wird laut Cambridge Bitcoin Consumption Index auf ca. 120 TWh beziffert. Dies entspricht bereits in etwa dem Verbrauch der Niederlande und dürfte auf Deinem Weltranglisten-Vergleich gut 10. Plätze nach oben geklettert sein. Eine einzelne Transaktion schlägt somit inzwischen unfassbar mit einem Stromverbrauch von einer Megawattstunde zu buche!

    Wichtig zu wissen wäre aber noch, dass der Verbrauch fast ausschließlich durch das Mining zustande kommt und selbst dann so hoch wäre, wenn keine einzige Transaktion stattfindet. Auf der anderen Seite ist Bitcoin auf Grund der max. Blockgröße bereits heute nahe am Limit der möglichen Transaktion. Dass sich der Stromverbrauch mit mehr Transaktionen nach unten skaliert ist daher ausgeschlossen. Das Limit sind ca. 2500 Transaktionen pro Block was theoretisch möglich etwa 4 Transaktion pro Sekunde entspricht. Zum Vergleich, bei Paypal sind es ca. 450 bei Visa 1700 Transaktionen pro Sekunde. Ein Grund weshalb sich Bitcoin ohne 2nd Layer Lösungen nie als weltweites Zahlungsmittel eignen wird.

    Übrigens, ein Versuch das Blocklimit bei Bitcoin zu erhöhen ist bereits in der Vergangenheit gescheitert. Daraus ging das weniger populäre Bitcoin Cash hervor.

    Man weiß übrigens sehr gut bei Bitcoin wo die Miner sitzen. Das geht unter anderem aus dem zuvor genannten Bitcoin Consumption Index hervor. Die mit Abstand verbreiteste Region ist Xinjiang in China, eine sehr trockene und für ihre Kohlevorkommen bekannte Region. Was dem aufmerksamen Leser zeigen dürfte, woher der Strom kommt und welche katastrophalen Folgen dies für das Weltklima bedeutet.

    Neben dem immensen Energiebedarf und den dabei emittierten Megatonnen CO2 gibt es noch ein weiteres Problem: Der durch das Mining verursachte Elektronikschrott. Ca. 11.000 Tonne pro Jahre oder rechnerisch knapp 110 g pro Transaktion.
    Grafikkarten haben mit dem Bitcoin Mining übrigens nichts zu tun. Das ist bereits lange unrentabel. Dafür kommt seit einigen Jahren spezielle Hardware zum Einsatz deren Nutzen auch erstmal die Hersteller selbst daraus ziehen. Grafikkarten sind eher für andere Kryptowährungen wie Etherum interessant.

    Mining ist aber kein grundsätzliches Problem von Kryptowährungen. Es gibt Währungen die statt dem extren energiehungrigen Proof-of-work auf andere Konsensverfahren wie Proof-of-Stake setzen. Etherum will bald auch diese Umstellung wagen.

    1. Kleiner Nachtrag: Bei den 450 Paypal bzw. 1700 Visa Transaktionen pro Sekunde handelt es sicht nicht wie bei Bitcoin um das theoretische Maximum sondern um die durchschnittliche Anzahl reel durchgeführter Transaktionen. Visa gibt an 56.000 Transaktionen pro Sekunde durchführen zu können, was bei Bitcoin 4 Transaktionen entspricht.

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