Ich habe keine Zeit mehr auf eure Open World…

… ihr Spieleentwickler. Und das ist eine persönliche Sicht auf die Videospielindustrie. Kürzlichst erst Call of Duty Modern Warfare (2019) durchgespielt und jetzt noch ab und zu Teilnehmer an der belebten Multiplayer Community. Davor hatte ich mir Astral Chain für die Switch vorgenommen und davor Link’s Awakening, was mein Spiel des Jahres 2019 werden wird. Wenn wir meine Liste noch weiter mit der Rückblick-Funktion durchwühlen dann kommt irgendwann auch der Übeltäter dieses Beitrags: Assassins Creed Odyssey.

AC: Odyssey war das erste Spiel was mir mit seiner Karte innerhalb der ersten Spielminuten, mehrere Fragen und Gedanken der Erschöpfung aufkommen ließ: „Wie lang wird das alles dauern? Das Spiel zu 100% komplettieren, werde ich eh nicht. Wie groß ist das alles hier? Zwanzig Minuten Spielzeit und schon zwei Hauptquests und drei Nebenaufgaben in der Liste.“

Ich war überrannt, zertrampelt und vollgeladen mit Aufgaben und Möglichkeiten. Ein Open World Spiel funktioniert wie ein riesiges Kinderzimmer voller unbekannter Spielsachen, wo man am Anfang noch nicht einmal eine Ansatzweise grobe Vorstellung davon hat, wie die Mechaniken funktionieren sollen. Ubisoft hat mit ihrer, mittlerweile erfolgreichsten, Marke Assassins Creed mehr als einmal gezeigt, dass sie die offenen Spielwelten an ihre Grenzen bringen. Bei dem 11. Teil der Hauptserie haben sie eindeutig übertrieben. Ich, als zweifacher Vater, brauche keine virtuelle Welt, egal wie aufwendig sie von hunderten Entwicklern aus der ganzen Welt erschaffen wurde, die mich mit einer aufgesetzten Story aus dem antiken Griechenland beschäftigen will, nur um den eigentlichen Plot endlos zu strecken. Aber darüber regen sich die Fans der Serie schon länger auf.

Einige Entwickler, zwar nur ganz wenige, schaffen es dennoch eine Open World so in das Gameplay zu integrieren, dass sie von allen Spielern zu 80% entdeckt wird und nicht vor lauter Markierungen übersehen wird. Breath of the Wild ist das perfekte Open World Erlebnis, was ein Spieler zur Zeit erleben kann. Dem Spieler werden ab der ersten Minute fünf Aufgaben gegeben, um das Spiel zu beenden können diese nach freier Wahl abgeschlossen werden. Was dazwischen an Arbeit abgeschlossen wird, entscheidet jeder Spielertyp für sich. Die perfekte Open World. Den persönlichen Geschmack mal links liegen gelassen, muss ich auch zugeben, dass BotW mich in den ersten Spielstunden ganz schön allein gelassen hat. Im Jahr 2017 auch schon ungewöhnlich gewesen. Schlauchsysteme waren damals gut einverleibt und eine wirkliche Auswahl an Möglichkeiten gab es in den Welten anderer Entwickler und Studios immer weniger. Eine Open World muss viel mehr als tausende Icons auf der Map vorzuweisen können, um mich als Spieler, der immer weniger Zeit hat, dazu zu bringen, mich der virtuellen Welt anzuschließen. Das mittelschwere Desaster von Odyssey und zuletzt auch das von Ghost Recon Breakpoint, zeigen den Entwicklern anhand von schwachen Absatzzahlen, dass mehr relevante Inhalte in eine Open World gehören müssen. In den nächsten Jahren werden wir Spieler immer mehr diesen Umbruch, wie genau der aussehen mag wird sich zeigen, spüren und hoffentlich dann auf Dauer behalten können.

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