Ein Tag durch München

Durch eine berufliche Fügung hatte ich einen Tag in München bekommen. Wir schreiben das Corona Zeitalter, also war es eine Mundschutz-Edition mit vielen Check-Ins und Check-Outs und dazu regnete es fast dauerhaft in strömen. Schön war es trotzdem und das mir nur von Hauptbahnhof und Flughafen bekannte München wurde jetzt endlich auf meiner Karte aufgedeckt.

Englischer Garten und der Monopteros

Der Tag in der unbekannten Stadt startete mit einem schnellen 10 Kilometer Run durch den englischen Garten über den Monopteros und zurück entlang der Isar. Die aktuelle Version des Rundtempels steht seit 1836 dort und wurde zuletzt im Jahr 2016 saniert. Ein Ausblick lohnte um kurz nach 6 Uhr morgens auf jeden Fall. Die After Hour Leichen leckten noch den letzten Tropfen aus ihren Flaschen und waren auf dem Weg nach Hause. Die großen Wiesen des englischen Gartens waren teilweise stark mit Müll beladen, unglaublich aber leider wahr und zu schockierend als das man ein Fotos davon hätte machen können.

Ein Spielzeugladen und zwei Architektur-Stile

Nach einem eiweißreichen, kräftigen Frühstück und einer heißen Dusche stich mir, nach wenigen Laufminuten, ein Spielzugladen ins Auge. Obletter, zwei Etagen mit tausenden Artikeln für Groß und Klein warteten darauf gekauft zu werden. Ich nahm ein Farbenbuch für zwei Jährige und wurde mehrmals über die verschiedenen Größen von Flugzeugmodellen aufgeklärt. Der etwas heruntergekommene, in Maleruniform gekleidete Herr brauchte dringend um 10 Uhr morgens, ein zweites Modell einer Sowjetische Bomber-Maschine.

Die weltbekannte Frauenkirche der Münchener Altstadt, mit den zwiebelähnlichen Türmen, ist ein Abstecher wert. Beeindruckende Größen und Fenstermalereien die man mal gesehen haben sollte. Die besondere Art der Stille in Hallen wie diesen erweckt jedesmal eine spezielle Art der Ehrfurcht in mir.

Feiner chinesischer Hochland-Tee und endloser Regen

Nachdem der Viktualienmarkt, der im ganzen Jahr aufgebaut ist, nicht den passenden Snack für mich bot, entdeckte ich das Victorian House. Beim vorbeigehen fiel mir das hübsche Ambiente auf und ich blieb einfach stehen und wartete am Eingang bis mir ein Platz zugeteilt werden konnte. Spart euch Datenvolumen und ladet euch bloß nicht die Hauseigene App. Mehr als eine Webseite in eine App gepresst ist das leider nicht, dazu noch unhandlicher in der Bedienung.

Seit 1991 serviert man im Victorian House Tee Sorten der Extraklasse. Und jetzt kommt der Real Deal: Scones! Hausgemachte Scones mit echter Clotted Cream und Jam dazu ein feiner chinesischer Hochland-Tee, der ursprünglich exklusiv für den früheren Prince of Wales importiert wurde, welcher später König Eduard VIII wurde.

Nach der wortreichen Teekarte und etwas trockenen Scones ging es durch einen strömenden Regen zum Isartor. München möchte die Autos aus der City verbannen und motiviert ihre Bewohner mit kleinen Fahrrad Zählsäulen. Funktioniert wirklich – ernsthaft! Habe auf einen Fahrradfahrer gewartet.

München ist klein und Museen auch mal ausverkauft

Der Braten roch schon etwas komisch. Die Webseite des Deutschen Museums lies es mir nicht zu die Anzahl meiner Tickets zu erhöhen. Na gut. Es wird ja noch einen Ticketschalter geben wo man in einer 1.0 Version seine Eintrittskarte für das beliebteste Museums in München bekommen wird, dachte ich. Aber nein! Der Bug auf der Webseite war ein Feature. Das Ticketkontigent war schlicht aufgebraucht. Hier muss unbedingt eine Meldung auf der Webseite eingebaut werden.

Karten für das Verkehrsmuseum gab es noch. Hier bot es sich an auch diese zu benutzten. Die App der Münchener Verkehrsgesellschaft heruntergeladen. Registriert, SEPA Einzug eingerichtet und Ticket gekauft. In 25 Minuten war ich am Museum und die drei Hallen waren in einer dreiviertelstunde durchlaufen. Fahrzeuge, egal wann oder wo gebaut, lassen mein Herz einfach nicht höher schlagen.

Eine Cannabislimo 565 Meter über dem Meerespiegel

Fancy Limos gibt es nicht nur in Berlin. Das Super Hanf Getränk schmeckte holzig unbekannt aber der Effekt blieb aus. Nicht schlimm denn der Anstieg auf den Olympiaberg verbrauchte einiges an Energie und die Scones von vor über zwei Stunden waren schon längst verbrannt. Das riesige Areal bietet einiges an sportlichen Aktivitäten. Die Aussicht des Olympiaturms ist was feines. Für wenig Geld hat man drei Etagen die man in 180 Metern über München erkunden kann. Zwei davon sind sogar draußen.

Mit Bike-Sharing zum Baumstriezel

Mit der überladenen App von der Münchener Verkehrsgesellschaft hat man auch die Möglichkeit ein Fahrrad auszuleihen. Verdammt preisgünstig und funktioniert wie Nextbike. Auf dem Weg viel mir ein Riesenrad ins Auge und ein Galeria Kaufhof. Meine dauerhafte Suche nach Baumstriezeln hat noch nicht nachgelassen und nachdem ich in der Berliner Galeria Kaufhof Filiale meinen Stammhändler für diese süße Hefebackware gefunden habe, dachte ich mir, warum nicht? Schau doch mal rein, vielleicht wirst du ja fündig. Und ja ich wurde belohnt mit der Existenz vom Leckerwerk die mir diese Köstlichkeit verkaufte.

Das Beste kommt zum Schluss: Veganes Abendessen im Bodhi

Solch Touri-Tage brauchen ein ordentliches Abendessen. Ich hatte Lust auf Vegan. 100% Vegan. Bei Google Maps fand ich das Bodhi. In der Ligsalzstraße 23, nur 25 Gehminuten entfernt wagte ich es. Es war so schön. Die Einrichtung, die coole Bedienung, die interessanten Gespräche der anderen Gäste und natürlich das Essen. Ein veganer Burger ist das eine aber einen veganen Kaiserschmarn findest du nicht überall. Noch dazu gab es eine erstklassige goldene Milch und eine Ingwerlimo mit einem nachhaltigen Strohhalm aus Metal. Mein selbst gewähltes Drei-Gänge-Menü mit zwei Getränken kostete inklusive Trinkgeld 45€, die ich zusammen mit einer 5-Sterne Google Maps Bewertung, sehr gerne dort ließ. Mein liebes Bodhi Restaurant, wenn ich das nächste Mal in München bin, dann sehen wir uns auf jeden Fall wieder.

Ohne stinkende Füße kommt niemand zurück ins Hotelzimmer

Um 8 Uhr war für mich auch der Feierabend angesagt. 32.246 Schritte später gönnte ich mir eine zweite heiße Dusche, um meine Füße wieder auf Betriebstemperatur zu bringen und aufgewärmt ins Bett zu fallen.

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