Astrofotografie in Brandenburg

Sterne fotografieren als jemand der in Berlin wohnt, ist ein Hobby das entweder im Urlaub gut möglich oder aber mit langen Autofahrten in die Brandenburger Wildnis verbunden ist. Beide Situationen sind dann immer noch von der Jahreszeit abhängig. In Deutschland ist es von September bis März dunkel genug um auch um 20 Uhr starten zu können. Dann muss aber immer noch das Wetter mitspielen. Wolken sind hier vollkommen ungeeignet, um da einen genauen Einblick zu bekommen gibt es die App Clear Outisde (Android App | iOS App). In der unübersichtlichen App kriegt man dann aber doch noch fix eine Übersicht ob es nun wolkenlos oder nebelig draußen ist. Für einige Fotos sind natürlich ein paar Wolken auch sehr schön aber trotzdem wird auch da ein klarer Himmel benötigt, da hilft die App ganz gut. Dann ist das Thema Lichtverschmutzung auch noch wichtig. Großstädte sind der Fluch von Astrofotografen und es wird einfach immer schwieriger eine dunkle Ecke zu finden. Auf Lightpollutionmap.info gibt es diverse Lichtkarten aus den verschiedenen Jahren. Eine Standort Empfehlung für welche die nicht lange suchen möchten – Sternenpark Haveland.

Das Equipment

Hat man seinen Standort, geht es nun um das Equipment was die Sterne erfassen soll. Das Wichtigste, neben einer Kamera die Einstellungsmöglichkeiten im Bereich Verschlusszeiten hat, ist ein Stativ. Natürlich kann man seine Kamera auf Steine und sonst was alles stellen aber ein gutes Stativ kostet heute auch nichts mehr. Genauso wie ein Infrarot-Fernauslöser wenn keine Remote-App für die Kamera vorhanden ist. Das Auslösen der Kamera mit der Hand, kann bei grade erwähnten günstigen Stativen schon zu unnötigen Wacklern führen. Man muss auch bedenken das man im Dunkeln arbeitet und dabei sehr wahrscheinlich auch noch friert. Zusätzlich ist eine Stirnlampe von großem Vorteil, bei meinen ersten Gängen hatte ich immer mit der Smartphone Lampe gearbeitet, geht auch aber man hat eine Hand weniger frei. Und macht euch selber den gefallen und bezahlt eine Stirnlampe die zusätzlich auch ein rotes Licht mit dabei habt. Man schaut immer wieder auf unterschiedlich helle Displays und kann seinen Augen damit etwas Gutes tun. Außerdem werdet ihr viel Zeit mit warten verbringen ein bisschen was zum Zocken wie z.B. Book of Dead kostenlos kann also nicht schaden.

500er Regel

Einen dunklen Ort – Check! Kamera aufgebaut – Check! Jetzt wird fotografiert! Für einen klaren Sternenhimmel muss aber immer eine bestimmte Regel beachtet werden. Die sogenannte 500er Regel bezieht sich auf der Geschwindigkeit der Erdrotation. Man nimmt die Brennweite vom Objektiv z.B. 28 – das Objektiv hat eine Brennweite von 28mm und muss nun in folgende Formel eingesetzt werden: 500 / 28 = 17,85. Das Ergebnis sollten wir auch 17 abrunden und damit haben wir unsere maximale Belichtungszeit in Sekunden für das 28mm Objektiv ohne Sternspuren zu sehen. Die ISO so hoch wird geht und die Blende so weit auf wie möglich. Aus der Kamera wenn möglich RAW ausgeben und nicht erschrecken wenn in der Kamera alles wirklich Kacke aussieht. Man möchte soviel Licht wie möglich einfangen und belichtet das gesamte Bild in den hellen Bereich. Auf einem Histogramm nach rechts und so der Name der Technik ETTR (Expose to the right). Auf eurer Kamera nur drauf achten das nichts ausbrennt und später muss nur noch richtig an den Reglern gedreht werden. Wie im vorher – Nacher zu sehen ist.

Astrofotografie ist wirklich kein leichtes Thema. Man kommt sehr schnell zu guten Resultaten aber dann will man noch viel schneller auch viel mehr und da braucht man dann auch irgendwann einen Skytracker und muss sich mit Stacking-Methoden auseinander setzten. Wenn man Bock auf einzelne Sterne oder Galaxien hat, kommt man um ein Teleskop auch nicht drum herum. Meine Resultate von dieser Tour gibt es übrigens hier zu sehen.

2 Comments

  1. Die 500er Regel kannte ich selber noch nicht. Ebenso die erstmal alles hell machen Idee ;)
    Ich hatte vor einigen Jahren es ja auch einmal ausprobiert und durch meine Canon 600D zwar gute, aber keine perfekten Fotos erhalten. Dir sind tolle Eindrücke entstanden – auch mit dem Windrad gefällt mir.

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